Wie du als Unternehmer akzeptierst, was du nicht ändern kannst

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Aktuell erleben wir eine Situation, die wir noch nie hatten. Viele Unternehmer kämpfen mit stornierten Aufträgen, besorgten Kunden oder erleben, dass ihre Angebote jetzt nicht mehr angefragt werden. 

Wir alle können die Situation nicht ändern. Es bleibt nur sie zu nehmen wie sie ist. Du kannst dich aufregen. In Panik verfallen. Verzweifeln. Oder du atmest durch und prüfst, welche Lösungsmöglichkeiten du hast, um die Krise zu überstehen. 

Eines ist sicher: An Krisen kannst du wachsen! Wenn du sie akzeptierst! Wie kannst du in solchen Zeiten Ruhe bewahren? Wie gelingt es dir, das Wichtige zu fokussieren? In diesem Artikel gebe ich dir dazu konkrete Tipps und Hilfestellungen.

Wo ein Wille ist, da ist ein Weg

Du kannst nicht alles wissen, nicht alles können und schon gar nicht alles kontrollieren. 

Diese Einsicht ist hart und ein Fakt.

Grenzen und Fehler akzeptieren gehören zum Unternehmeralltag. Gerade in schwierigen Situationen ist es wichtig, dass du Ruhe bewahrst. Verfällst du in blinden Aktionismus, dann handelst du „Mit dem Kopf durch die Wand“. Damit tust du dir und deinem Unternehmen nichts Gutes. Das heißt nicht, dass du nicht mutig und trotz Zweifel deinen Weg gehen sollst. Akzeptieren bedeutet nicht, dass du dich einer Situation hingibst, etwas geschehen lässt oder es gut finden musst. 

Es geht nicht um Kapitulation!

Gerade als Unternehmer ist es wichtig, dass du deinem Bauchgefühl vertraust und an deine Fähigkeiten glaubst. Das hilft dir, Probleme zu lösen und andere, neue Wege zu finden. Das setzt voraus, dass du Veränderungen gegenüber offen bist. 

Doch hältst du krampfhaft an der aktuellen Situation fest, kann dich das von deinem langfristigen Erfolg abbringen. Du entwickelst einen Tunnelblick und nimmst andere Möglichkeiten nicht wahr.

Akzeptieren lernen bringt dich leichter voran

In einer Krise oder wenn ein Plan oder Projekt nich funktioniert, dann schieben viele die Schuld auf andere: Die Kunden, der Wettbewerb, die Politik. Dazu kommt oft eine Portion Selbstmitleid oben auf drauf:

  • Das ist ungerecht
  • Das darf oder kann nicht sein
  • Warum (wieder) ich?
  • Wie wäre es gelaufen, wenn ich dieses oder jenes anders gemacht hätte?

Mit solchen Gedanken quälst du dich unnötig. Es vermittelt dir lediglich das Gefühl hilflos zu sein und keine Kontrolle zu haben. Das lähmt dich. Das Ergebnis: Du glaubst vielleicht versagt zu haben oder der Lage nicht gewachsen zu sein. Alles wächst dir über den Kopf und du siehst keinen Ausweg mehr. 

Jack Kornfield hat einmal gesagt:

Die Dinge verändern sich, egal, ob wir das nun wollen oder nicht. Wenn wir darauf bestehen, dass alles so bleibt, wie es ist, oder wenn wir das wegstoßen, was wir nicht mögen, dann lassen sich Veränderungen auch nicht aufhalten. Es führt nur zu weiterem Leiden.

Und genau dieses Leiden kannst du dir ersparen. 

Die Voraussetzung ist, dass du den kopf klar bekommst – also akzeptierst: Eine Veränderung ist unbequem und manchmal auch schmerzhaft. Aber es wird besser. 

Vielleicht hilft dir dieser Satz:

Die Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern. Aber die Zukunft!

Dieser Gedanke kann dein Anker sein, wenn die Wut oder Angst hochkommt. Er kann dir helfen, lösungsorientiert zu denken und zu handeln. Dann bist du nämlich bereit dazu, eine Situation zu akzeptieren. 

Doch was genau heißt das konkret? Akzeptanz bedeutet, dass du eine Person, ein Problem oder eine Situation annimmst, wie sie ist, auch wenn sie nicht deinen Erwartungen und Wünschen entspricht.  Diese Fähigkeit, brauchst du, um souverän mit Veränderungen, Krisen und Rückschlägen umzugehen. Akzeptieren lernen bedeutet, 

  • innere Stärke entwickeln, deine Resilienz trainieren
  • deine Gefühle zu regulieren
  • Grenzen anzunehmen. 

Wie das genau aussieht, kennst du aus deinem Alltag:
Täglich stößt du an Grenzen. Die einen lassen dich kalt. Die anderen stressen dich. In dem du die Fähigkeit trainierst, Tatsachen zu akzeptieren, wirst du gelassener. Scheinbar unkontrollierbare Situationen stehst du entspannter gegenüber. Das ist auch das Geheimnis von resilienten Menschen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie Krisen, Veränderungen als überwindbar ansehen. Dadurch bleiben sie aktiv und handeln lösungsorientiert. 

Gefühle beeinflussen dein Handeln und gewinnen damit gegen deinen Verstand

Gefühle beeinflussen deine Entscheidungen, wie der Neurowissenschaftler Antonio R. Damasio (link zum Wikipediaartikel) in seinen Studien gezeigt. Entscheidungen, die du im Ärger oder Frust gefällt hast, sind selten die besten. Resilienten Menschen ist bewusst, dass sie in einer belasteten Situation 

  • keinen klaren Gedanken fassen können, 
  • nur schwer  konkrete Lösungen entwickeln, 
  • geschweige denn eine zielführende Entscheidung fällen. 

Ob du ruhig bleibst oder dich aufregst, die Entscheidung fällt im Bruchteil einer Sekunde. Damit du eine Situation akzeptieren kannst, musst du sie so annehmen wie sie ist. Dazu gehört auch, dass du dich verärgert, enttäuscht, wütend, traurig oder ratlos fühlst. Du hast Angst? Das völlig in Ordnung. Du bist keine Maschine. Stattdessen überlege dir, wie du damit umgehst. Beispielsweise: Du bist  aufgebracht. Dann können dir Entspannungsübungen helfen, innerlich zur Ruhe zu kommen. Dadurch reduzierst du Stress, deine Gefühle flachen ab und du kannst in Ruhe überlegen. 

Erst dann gelingt es dir, die Situation klar zu analysieren. Du kannst dir bewusst machen, warum bzw. wovor hast du Angst hast, warum du wütend oder enttäuscht bist, um anschließend über eine Lösung nachzudenken.  

akzeptanz lernen_Resilienz

Akzeptieren hilft dir, das Wichtige zu fokussieren

Eins mache dir klar: Du bist nicht zur Tatenlosigkeit verdammt.

Entspricht eine Situation nicht deinen Vorstellungen, dann überlege, was du ändern kannst!  Das ist deine Verantwortung. Niemand übernimmt das für dich. Am besten ist,  du nimmst dir ein Ziel vor,  überlegst dir den Weg dorthin und gehst dann Schritt für Schritt. 

Ein Beispiel: 
Du bist zum Kino verabredet. Deshalb willst du auch schnell nach Hause kommen und verlässt 30 Minuten eher als gewohnt das Büro. Der kürzere Weg führt über die Autobahn. Oft staut es sich hier. Da du früher dran bist, vermeidest du vielleicht den Feierabendverkehr. Dein Plan scheint aufzugehen, die Bahn ist frei. Plötzlich das: Nur 2 Kilometer vor deiner Ausfahrt leuchten Bremslichter vor dir auf. Über alle drei Spuren Stillstand. Nichts geht mehr. Vollsperrung! Ein LKW hat sich quer gestellt…
Ins Kino schaffst du es nicht mehr. Deine Abendplanung ist dahin. 

Wie reagierst du in Situationen, die du nicht kontrollieren kannst?

Nehmen wir unser Beispiel:

  • Ärgerst du dich, dass du über die Autobahn gefahren bist?
  • Regst du dich über die Vollsperrung und das verpatzte Treffen auf?
  • Machst du dir Vorwürfe, dass du nicht noch früher Feierabend gemacht hast?

Natürlich ist das ärgerlich. Du darfst auch fluchen. Doch Fakt ist: Es ist wie es ist. 

akzeptieren lernen zitat

Was kannst du jetzt tun?

  1. Mache deinem Ärger Luft. Ich nutze die 30 Sekunden Taktik. 30 Sekunden lang rege ich mich auf, bin durchaus kreativ in neuen Wortschöpfungen oder trommle auf dem Lenkrad rum. Nach 30 Sekunden ist Schluss!  
  2. Dann fahre den Puls runter: Atme erstmal durch und mache dir gute Musik an.
  3. Mit klarem Kopf guckst du jetzt nochmal hin: Okay, du wolltest eine entspannte Freizeit. Kino geht heute nicht mehr. Was kannst du jetzt tun, um doch noch einen entspannten Abend zu haben? 
  4. Erst einmal informierst du deine Verabredung, dass du es definitiv nicht zur Vorstellung schaffst.
  5. Dann überlegst du oder ihr: Was ist stattdessen möglich? Eine spätere Vorstellung besuchen, Die Verabredung auf einen anderen Tag verschieben, Oder eine Alternative für einen den Abend finden. 
  6. Egal, wofür ihr euch entscheidet, du hast eine Lösung gefunden. 

Erst die Realität annehmen und dann Lösungen finden

Das Kinobeispiel ist für dich vielleicht banal. Die Dynamik ändert sich schnell, wenn deine Umsätze plötzlich einbrechen, ein Produktlaunch nicht zündet wie geplant oder dir das Finanzamt eine 20.000€ Nachzahlung aufdrückt.  

In solchen Zeiten ist es wichtiger denn je, dass du dir mit klarem Kopf überlegst: Was kannst DU TUN?

1. Verschaffe dir einen Überblick: Wie beeinflusst die Situation dich und dein Business?

  • Wie sieht deine Auftragslage aus?
  • Muss dein Arbeitsalltag umorganisiert werden?
  • Welche finanziellen Rücklagen hast du?
  • Wie sieht der Worstcase aus und wie bereitest du dich darauf vor?

Hast du schon ähnliche Situationen gemeistert? Erinnere dich, was dir damals geholfen hat und was du jetzt wiederholen kannst.

2. Was setzt du kurzfristig um, weil es zeitlich keinen Aufschub geben darf?

  • finanzielle Absicherung klären, Kosten reduzieren
  • Privates umorganisieren, Termine mit Kunden oder Partnern verschieben
  • Behörden anrufen
  • verlässliche Infos recherchieren

3. Was bleibt wie es ist? 

  • Angebote, Produkte
  • Prozesse und Routinen im Alltag
  • Zielgruppen

4. Was kannst du tun, damit dein Business trotz Krise oben bleibt?

  • Strategische Ausrichtung/Positionierung ändern oder schärfen
  • Angebote/Produkte entwickeln, anpassen oder weglassen
  • Umsatzeinbußen durch andere Einnahmen ersetzen
  • Kooperation eingehen und Synergien nutzen
  • neue Zielgruppen oder Branchen erschließen

Akzeptiere was ist und lerne daraus für die Zukunft

Kannst du akzeptieren, dann werden dich Gefühle, wie z.B. Wut oder Frust nicht so leicht blockieren. Dir gelingt es, deine Gefühle zu regulieren und dich so zu lenken, dass du zielgerichtet agierst. Du siehst andere und bessere Optionen wesentlich schneller. Außerdem machst du dich nicht abhängig von unvorhersehbaren Situationen und äußeren Umständen.

In jeder Situation stecken Chancen und du kannst daraus lernen. Alles hat zwei Seiten. Du kennst den Ausspruch bestimmt: Wo Schatten ist, ist auch Licht. Ja, auch in einer harten Krise, wie in der aktuellen Ausnahmesituation.

Es geht nicht darum, dass du dir eine Sache schön redest. Die positiven Seiten zu sehen, ist vielleicht am Anfang schwierig. Besonders dann, wenn es dich hart getroffen hat. Das positive Denken brauchst du, um deinen Plan jetzt zuversichtlich umzusetzen.

Corona hat die Wirtschaft stark getroffen. Das beeinflusst uns alle. 
Aktuell erlebe ich auch eine enorme Hilfsbereitschaft unter Soloselbständigen und kleinen Unternehmen: Es werden Aufträge vermittelt, Informationen zu Hilfeseiten geteilt, viele bieten kostenlos oder zu reduzierten Preisen ihre Unterstützung an. 
Beispielsweise hat Podigee ein Budget zur Seite gelegt für Freelancer, um Jobs zu vergeben. Audible hat alle Podcasts und ausgewählte Hörbücher und Hörspiele kostenlos zugänglich gemacht. 
Andere teilen ihre Strategie, wie sie neue Aufträge generieren wollen. Wenn du Austausch suchst, dann komme auch gern in meine Facebookgruppe Hier sind wir für einander da. 

Auch das ist die positive Seite einer Krise. Und vor allem: fokussiert, Schritt für Schritt in Richtung Ziel: Wirtschaftlich auf die Füße kommen oder bleiben.

Du wirst in deinem Business neue Möglichkeiten entdecken, vielleicht neue Kooperationen finden und mindestens wirst du lernen: Nichts bleibt wie es ist. Du gibst dein Bestes, lernst daraus und wirst zukünftig bei Herausforderungen 

  • mit einem klaren Kopf entscheiden 
  • dich strategisch gut aufstellen und 
  • kurzfristig souverän handeln! 

Beitrag veröffentlicht: Mai 2013
Zu letzt aktualisiert: März 2020
Quelle Titelbild: unsplash.com

Eine Antwort zu “Wie du als Unternehmer akzeptierst, was du nicht ändern kannst”

  1. […] diese nicht die Richtigen sind. Das gehört dazu.Setze Dich mit Deinen Gefühlen auseinander und lerne zu akzeptieren. Ja – Gefühle gehören ins Business. Sie schwingen immer […]

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